Fair gehandelter Bio-Kaffee Geschrieben am Mai 18th, 2008 von Manuel
Tag 18: Kaffeekochen
Ein häufig benutzter Gegenstands unseres Haushalts ist die Kaffeemaschine. Obwohl “Maschine” etwas übertrieben ist, denn unser Kaffeezubereiter funktioniert ohne Strom. Wir benutzen die “Frenchpress” (oder auch Cafetierè) für´s Kaffeekochen. Im Unterschied zu einer gewöhnlichen Kaffeemaschine handelt es sich bei der French Press um eine Kaffeemaschine und -kanne in einem. Während unseres Bio-Monats trinken wir natürlich Bio-Kaffee, und nicht nur das: unser derzeitige Kaffee ist neben der Bioknospe auch mit dem “Max Havelaar”-Siegel ausgezeichnet. Das bedeutet, der Kaffee ist aus fairem Handel und kontrolliert biologischer Landwirtschaft.
Lieber ganze Kaffeebohnen
Für den ungetrübten Kaffeegenuss mit der French Press-Methode benötigen wir einen etwas gröber gemahlener Kaffee, denn das Kaffeepulver steht über eine längere Zeit im direkten Kontakt zum Kaffeewasser, und kleinere Pulverpartikel werden von dem relativ grobmaschigen Metallgewebefilter nicht gefiltert. Darum kommt gemahlener Kaffee nicht in die Einkaufstasche, sondern wir besorgen uns ganze Kaffeebohnen. Das ist in der Schweiz kein großes Problem, denn hier gibt es in vielen Supermärkten Kaffeemühlen am Ausgang, wo man sich seine Kaffeebohnen in der gewünschten Mahl-Stärke selbst mahlen kann. Wir haben jedoch eine kleine elektrische Kaffeemühle zu Hause (das Experiment mit einer mechanischen Kaffeemühle war ein Reinfall, was auch an der bei eBay ersteigerten günstigen Kaffeemühle gelegen haben könnte), und können uns so den Kaffee je nach Wunsch mahlen. Der Vorteil bei dieser Art der Zubereitung, wir mahlen erst kurz vor der Zubereitung, des Aromas wegen.
Bio-Café von Coop
Unser Kaffee, den wir im Bio-Monat trinken, stammt vom Detailisten Coop und heißt recht profan Bio Café. Er enthält 100% Arabica-Bohnen aus Mittel- und Südamerika. Geröstet und abgepackt wird er in der Schweiz, was natürlich einen Teil der Wertschöpfung aus dem Ursprungsland abzieht. Der Röstgrad ist “mittel”, so die Auszeichnung auf der Verpackung. Was den Geschmack angeht, gibt es keinen Grund zur Klage - der Biokaffee schmeckt kräftig, ohne bitter zu sein. Wie bei einer Kaffeemischung aus verschiedenen Sorten üblich, fehlt ein prägnanter Charakter - aber die Kaffeerösterei hat beim Coop-Kaffee gute Arbeit geleistet. Der Kaffee verströmt bereits beim Öffnen der Packung einen angenehmen Duft und die Bohnen sehen hochwertig (ohne Bruch) aus und sind schön dunkel geraten.
Bio-Fazit
Egal, ob biologischer oder konventioneller Kaffee -die Kaffeemaschine mit Filter ist bei uns Tabu. Denn wir mögen keine bittere Filter-Kaffeeplörre! Der fertige Kaffee aus der Cafetière ist deutlich aromatischer und stärker als Kaffee, der mit der herkömmlichen Papierfiltermethode hergestellt wird. Das ist insofern sehr gut, da auch mittelprächtige (aber dafür günstigere) Kaffeemischungen noch gut schmecken. Unser Bio Café ” Marimba” von Coop kostet 14,20 SFr im 2x 500g Doppelpack (ca. 8,90 Euro). Für den gesamten Monat brauchen wir etwa 2,5 Packungen, also noch einmal 7,10 SFr draufgelegt, was den Kaffee-Posten im Warenkorb auf 21,30 SFr (ca 13,32 Euro) ansteigen lässt. Unsere konventionellen Kaffee-Sorten (Chicco d`Oro et.c) kosten ebenfalls 7 bis 8 Franken, somit ist hier ausnahmsweise kein Bio-Aufschlag zu vermelden. Natürlich könnten wir uns auch fair gehandelten Marken-Kaffee (wie z. B. Gepa) für 10 bis 13 Franken kaufen, aber das ist uns angesichts des hohen Verbrauchs doch etwas zu teuer.








19. Mai 2008 um 16:23 Uhr
Ich zitiere: “Das bedeutet, der Kaffee ist aus fairem Handel…” und “Natürlich könnten wir uns auch fair gehandelten Bio-Kaffee für 10 bis 13 Franken kaufen, aber das ist angesichts des hohen Verbrauchs doch etwas zu teuer.”
Ja, was denn nun?
19. Mai 2008 um 18:02 Uhr
Hallo Gabriel:
“fair gehandelten Markenkaffee kaufen”, klingt wohl besser und sollte genau das eben ausdrücken. Der “Marimba” ist eine Handelsmarke (von Coop abgefüllt und verkauft), der natürlich günstiger als z.B. “Gepa”.
Werde den Zusatz oben ergänzen, damit es deutlicher wird.
Beste Grüße, Manuel
20. Mai 2008 um 00:30 Uhr
Ah. Ok.
Wenn ich in D in den Naturkostläden schaue, finde ich zuhauf “Marken”-Bio-Fairtrade-Kaffee. Bei den bewährten Marken geht bio und fairtrade ohnehin Hand in Hand. 500g gibts da auch schon für 5 Euro und Kaffee ist damit das klassische Beispiel für rundum-sorglos Produkte die eben nicht teurer sind als konventionelle Markenware.
22. Mai 2008 um 22:35 Uhr
[...] (weder ich noch Tatjana trinken Milch “einfach mal so”) und das meiste davon in den Biokaffee kippen sowie ein wenig ins Müsli gießen sowie für´s Brötchenbacken benutzen… nehmen wir [...]
12. Juli 2010 um 10:13 Uhr
Zum Thema Fair-Trade: Beim Bauer selbst landet wenig, das meiste geht in die Verwaltung. Und bei einer maschinell geernteten Plantage kommt es auch nicht bei der Arbeiterschicht an. Die Qualität fördert es zudem schon gar nicht.
Hingegen gibt es mittlerweile einige Kleinröster und Trader, welche direkt Projekte (Soziale Eintrichtungen wie Schule, Fussballplatz etc) fördern. Und qualitativ guter Kaffee wird auch gut bezahlt, weil er von Hand geplückt wird, ergo motivierte Arbeiter braucht.
Zum Thema Filter: Wenn da Plörre rauskommt hat das nix mit dem Filter zu tun, sonder mit der Zubereitung. Filtermaschinen erreichen oft nicht die notwendige Temperatur, ansonsten produziert der Filter vor allem eine Tasse mit weniger Schwebeteilchen, welche auch nicht Nachbitter (während eine French Press doch recht zügig konsumiert werden muss).